Es war Sonntag, der dritte Dezember. Erster Advent. Nachdem ich das Adventskalendertürchen geöffnet, die ersten Geschenke bei Amazon bestellt und noch schnell beim Bäcker nebenan ein abgepacktes Sandwich gekauft hatte, machte ich mich auf den Weg in die Hochschule. Die Aufgabe: USCHI treffen.

„USCHI?“ fragte ich verwirrt „Wer ist das denn, und warum sollte ich etwas über sie schreiben?“ Diese Fragen haben sich inzwischen geklärt.

USCHI – Das ist die Nachhaltigkeitsinitiative der Hochschule der Medien.

Warum sollte ich etwas darüber schreiben? – Weil das Thema verdammt wichtig ist.

Vor allem in der Weihnachtszeit steht für viele Menschen der Konsum im Vordergrund. Wir geben Unmengen von Geld aus, um unseren Liebsten eine Freude zu machen, öffnen Türchen von Adventskalendern, die mehr Plastik als Schokolade beinhalten und besorgen den Gänsebraten für Heiligabend beim Discounter. Meist machen wir uns keine Gedanken darüber, was wir damit unserer Umwelt, unseren Mitmenschen und auch uns selbst antun.

Doch USCHI möchte das ändern. Jeden Mittwoch trifft sich die Initiative ab 13:15 Uhr im Raum S102. Dort wird überlegt, wie man den Hochschulalltag nachhaltiger gestalten kann. An diesem Wochenende haben die Mitglieder zusätzlich Zeit investiert, um ein sogenanntes Wandercoaching zu besuchen. Dies ist ein Seminar, das für studentische Initiativen zum Thema Nachhaltigkeit angeboten wird. Es wird von der Organisation „netzwerk n“ angeboten, die Studierende zu Coaches ausbildet, um sie von Hochschule zu Hochschule zu schicken (deshalb „wandern“) und die Initiativen somit dabei zu unterstützen, ihre Nachhaltigkeitsprojekte umzusetzen. So kamen die Coaches Annika und Leonie für drei Tage in die Hochschule der Medien, um mit den USCHI-Mitgliedern sinnvolle Konzepte für ihre Projekte zu entwickeln. Am letzten Tag sind die Initiativleiterinnen Svenja (PR) und Michelle (Bibliotheksmanagement) gemeinsam mit Sonja (Packaging Development Management), Lara (Medienwirtschaft) und Pia (Werbung und Marktkommunikation) dabei.

Nach der einigen Tassen Tee und einem Spiel zum Wachwerden reflektierten die Studentinnen ihre in den letzten zwei Tagen erworbenen Kenntnisse und blickten auf entstandene Ideen zurück. Über Standbilder, Tischgespräche und Diskussionen tauschten sie sich über die Ziele der Initiative aus. Hierbei stach vor allem das Ziel, ein zentraler Beratungspunkt für Studierende der Hochschule in Sachen Nachhaltigkeit zu werden, heraus. Außerdem erlernten sie am Beispiel zweier zukünftiger Projekte nützliche Projektmanagementtools.

Da die Initiative schon eine ganze Weile existiert, gibt es natürlich auch noch weitere Aktionen, die schon in vollem Gange sind. Dazu gehört unter anderem ein Verschenkemarkt, an dem Studierenden ihre gebrauchten Besitztümer weitergeben können. Relativ neu ist auch das Spende-dein-Pfand-Projekt. Die Studierenden haben in den Hochschulgebäuden Tonnen aufgestellt, in die man seine Pfandflaschen werfen kann. Der Erlös aus dem Pfand wird dann gespendet. So ist es möglich, auch nebenbei etwas Gutes zu tun.

Neben ausgeklügelten Ideen, Keksen, Tee und kreativen Konzepten gab es auch viele Lacher und Gruppenspiele. Und ehe ich mich versah, hatte ich selbst das Bedürfnis, mitzumachen und eigene Ideen einzubringen. Denn selbst wenn wir gestresst damit sind, unser eigenes Zeug in den Griff zu bekommen, sollten wir uns hin und wieder aufs Wesentliche fokussieren.

„Mir ist es wichtig, bewusst und reflektiert zu leben – sei es beim Konsumieren, beim Verbrauch von Ressourcen oder dem Genuss von Essen“, erklärte die MW-Studentin Lara kurz vor meinem Aufbruch, und traf damit einen Nerv. Denn bewusst zu leben ist etwas, das auch ich und viele meiner Freunde anstreben. Sich selbst etwas Gutes zu tun und dem Umfeld etwas zurückgeben zu können. Leider wird diese Motivation viel zu häufig von Plastik-Adventskalendern, abgepackten Sandwiches und Bestellungen bei Amazon überschattet.