Wenn sich alles verändert und alles gleich bleibt.

Sitz ich in meinem schwarzen Loch und bade in Traurigkeit.

Wenn sich alles verändert und alles gleich bleibt, kommst du in mein Loch und fängst an, die Wände zu dekorieren. Mit Schneeflocken und Lichterketten, weil du weißt, dass ich Weihnachten mag und weil du meinst, dass jeder Tag Weihnachten ist, wenn man nur die richtigen Lichterketten hat.

 

Wenn die Welt sich wieder zu schnell um sich selbst dreht und mir schwindelig wird, weil ich den Weg nicht seh’. Dann malst du Pfeile für mich und beleuchtest den Weg mit Lichterketten und bringst mir Gin für mein Gehirn, damit es sich mit dreht, auch wenn ich still stehen bleib’.

Denn du weißt, ich mag das Gefühl, das Gin mir gibt und schlechte Wortspiel wie: „Mit dir macht mein Leben wieder Gin.“

 

Wenn ich wieder in einer wunderschönen Badewanne voll Selbstmitleid liege und drohe zu ertrinken. Lässt du mir ein Schaumbad ein, nennst mich dumm, setzt dein dämliches, viel zu schönes Lächeln auf und sagst: „Denn alles, was hohl ist, treibt oben.“ Und hängst wieder Lichterketten auf, auch wenn nicht Weihnachten ist.

 

Wenn ich mich selbst wieder in meinem Bett verlier’ und vergesse, wer ich bin, hilfst du mir, mich selbst zu finden und schaust mit mir YouTube Videos von Leuten an, die seit 13 Jahren in ihrem Bett leben und kannst dich nicht entscheiden, ob mich das motiviert, aufzustehen oder ob ich den Weltrekord in „depressiv im Bett liegen“ brechen möchte und holst panisch die Lichterketten raus, um mir dann erzählen zu können, wie schön es draußen ist, bis ich aufstehe, um es mir selbst anzusehen.

Wenn ich mal wieder ich bin und in regelmäßig unregelmäßigen

Abständen und Zyklen wieder mehr als wenig überfordert mit meinem Leben und mir selbst bin. Bist du für mich die Lichterketten, die du bringst, du erhellst mir die Nacht. Sanft, du bist keine Halogenlampe, die mir die Augen verbrennt und keine LED-Weiß Werbetafel, du bist diese warmweiße Lichterkette, die meine Mutter mir schenkt, um mich zu Hause zu fühlen.

Du bist die Symbolik, die ich wähle, um romantisch zu sein, was eine Rose sein könnte, die aus Papier oder Plastik ist, weil echte Rosen teuer sind und schnell verwelken und wenn du eins bist, dann ist das nicht schnell. Ich könnte tausend Dinge finden, die besser zu dir passen als blöde alte Lichterketten, doch das will ich nicht.

 

Denn wenn es dunkel um mich ist und ich nicht mehr sein will, wer ich bin. Schmückst du die Nacht mit Lichterketten und sagst frohe Weihnachten, weil du weißt, dass ich Weihnachten mag und bei dir sein alles ist, was ich mir wirklich wünsche.

 

Luca Falzone